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Australien
hat mich wegen seiner unendlichen Weite, dem Gefühl der
Freiheit fasziniert; bezaubert war ich vom Licht und den magischen
Farben der Felsen des mythischen Ayers Rock bei Sonnenuntergang
oder in der Morgenröte. Ayers Rock heisst bei den Ureinwohnern
Uluru = Mutter Erde. Ich verspürte die Heiligkeit, das
Geheimnisvolle und Religiöse; die Grossartigkeit
ähnlich der einer grossen Kathedrale - hat mich tief
beeindruckt. Die Wüste war damals gerade erblüht
und wohlduftend. Um den grossen Felsen zu erreichen, hatten
wir beschlossen, einen einsamen, 40-minütigen Wanderweg
zu gehen.
Es war wie im Garten Eden die verschiedenen Grüntöne,
die noch nie gesehenen Blumen, der intensiv blaue Himmel,
der rote Monolith im Hintergrund, die absolute Stille
ein berauschendes Gefühl. Auf einer Düne, die die
Landschaft überragte, habe ich zum erstenmal erfahren,
was es heisst, sich unter dem riesigen blauen Himmelsgewölbe
zu befinden. Zum erstenmal konnte ich die Rundheit der Welt
sehen. Wie ein ungläubiges Kind drehte ich mich im Kreis.In
den Regenwäldern mit den über 70 Meter hohen Bäumen
und den gigantischen Riesenfarnen; an den unendlichen Stränden,
die von dichten Urwäldern mit tausendjährigen Bäumen
umgeben sind, die mit Unmengen von kleinen Sandhügeln
- Grabungen kleiner Krebse - bestickt werden und die ein Ozean
der unglaublichsten Farben umspült dort überkam
mich das grossartige Gefühl für die Gewalt der Natur,
vor der ich selbst winzig war. Mit den Landkarten Sentieri
dell'Infinito wollte ich etwas von der Unendlichkeit
jener Räume, die mich so berührt haben, darstellen
und übertragen.
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Marialuisa
Sponga
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"Paths
of Infinity" 2000/2002
Triptych:
176 x 404 cm,
n.1 - left: 176 x 114 cm,
n.2 - centre: 176 x 174 cm,
n.3 - right: 176 x 116 cm.
Assemblage machine quilted and embroidered, cotton, polyester,
gauzes, copper cloth, plastic, natural dyed raffia and flocks
of wool, plastic threads, metallic net, transparent thread,
treated threads.
"Paths
of Infinity" 2000/2002
Triptych:
196 x 410 cm,
n.4 - left: 196 x 117 cm,
n.5 - centre: 196 x 196 cm,
n.6 - right: 196 x 117 cm.
Assemblage machine quilted, cotton, polyester, gauzes, copper
cloth, pirkka ribbon, corrugated cardboard, palm bark, copper
wire, transparent thread, cellophane, plastic, treated threads.
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"Paths
of Infinity" 2000/2002
Triptych:
179 x 405 cm,
n.7 - left: 179 x 115 cm,
n.8 - centre: 179 x 174 cm,
n.9 - right: 176 x 116 cm.
Assemblage machine quilted, cotton,
polyester, gauzes, copper cloth, transparent thread, plastic,
treated cloth and threads.
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Presentation
by Martha Nieuwenhuijs
Es
war vergangenen Herbst, dass ich an Freundin Marialuisa schrieb,
die mich darum bat, die Landkarten, an denen sie seit ihrer
Rückkehr aus Australien arbeitete, in dieser Ausstellung
zu zeigen " ... Du bittest mich darum, deine letzten
Werke zu kommentieren. Ich werde es versuchen, auch wenn ich
keine Kunstkritikerin, sondern eine Textilkünstlerin bin;
der Funke springt nur in Anwesenheit der Materie über.
Das ist es vor allem, was mich so an deinen Werken fasziniert,
die Liebe zum Material, die tiefe Kenntnis der Welt der Stoffe,
mit denen du arbeitest, die du übereinander legst, verknüpfst,
ausfranst, steppst und bestickst. Wie du die Garne behandelst,
das lä§t nicht aus dem Staunen herauskommen. Jedes
Mal entstehen neue Effekte und Farbschattierungen,
unerwartete Vielfalt des Stoffes. Ich mag diese Leidenschaft
für die Handwerklichkeit in einem Zeitalter, in dem sich
die Kunst im Entwurf erschöpft und den praktischen Aspekten
zur Verwirklichung nur den zweiten Platz erteilt.
Auch im Hinblick auf die fiber art scheint es, dass
das Werk immer schneller fertiggestellt werden muss und dazu
mit möglichst wenig Technik, Handwerklichkeit und Zeit
auskommen soll. Was bleibt, ist nur ein Entwurf, eine Vorstellung,
eine intellektuelle Handlung. Unsere Werke sind sehr verschieden,
aber an diesem Punkt haben wir ein gemeinsames Interesse. Es
ist die Lust, eine alte Sprache zu vertiefen und neu zu erfinden
und dazu jedes Mal an neuen Lösungen zu experimentieren,
ohne Angst zu haben, katalogisiert zu werden. Monate sind vergangen,
und die drei Triptychons des Projektes mit bemerkenswerten Ausma§en
haben allmählich Form angenommen. Schon beim alleinigen
Erklingen der Namen der verwandten Materialien konnte ich mir
Reflexe und Schattierungen der Werke vorstellen, in denen Garndurcheinander
und Stoffstücke sich verdichten und verdünnen, dabei
Wälder und Wege zeichnen, die von einem Triptychonelement
zum anderen in einer unendlichen Landschaft verlaufen. Hier
und da erheben sich imposante Felsen, in den warmem Tönen
des Kupfers gezeichnet. Die gleitende Erscheinung vermittelt
ein Gefühl von Freiheit und Ruhe in der Unendlichkeit des
Raumes, in dem die Sorgen der Menschheit so weit entfernt scheinen.
Warme und strahlende Farben wechseln sich mit den lebendigen
und frischen Flecken in Grün und geben den freudigen Blick
auf eine Welt voller Staunen frei. Sie erzählen von weiten
Horizonten, in denen nur allein die Natur das Sagen hat. Die
Künstlerin entdeckt die Natur, erfährt ihr Geheimnis,
empfindet religiöse Stille und fühlt sich unter der
Himmelsbiegung immer kleiner werden, bis sie mit dem Universum
verschmilzt. Sie sagt: "Ich sah die Rundheit der Erde und
drehte mich wie eine Kind um mich selbst" und beschreibt
so das Gefühl
von Glück und Schwindel, das der westliche Mensch beim
Anblick der grandiosen australischen Landschaft empfindet. Wurde
die Reise einem kulturellen Interesse gewidmet, so gelangt die
Künstlerin hingegen, nach der Begegnung mit
der Kunst der Aborigines, zu einer neuen Dimension: es ist möglich
mit der Natur in Einklang zu sein und zu fühlen, Teil dieser
zu sein. In diesen "Landkarten" verleiht sie ihren
Empfindungen mit ihrem ganz persönlichen Stil, der in einer
nun langen Reihe von Werken gereift ist, Ausdruck. Ich erinnere
an die Melancholie in Autunno a Venezia, die ausdrucksstarke
Figur in Luce e Inquietudine, die sanften Transparente in Bianco
su bianco. Ich entdecke in ihren Werken, was mich an ihrer Persönlichkeit
am meisten beeindruckt hat: Sanftheit, Leuchten und eine seltene
Liebenswürdigkeit. Vom Anordnen der delikaten, luftigen,
transparenten Materialien bis hin zur Aufmerksamkeit am kleinsten
Detail, alles vermittelt Leichtigkeit und Zartgefühl in
einem ganz weiblichen Spiel des Versteckens und Enthüllens.
Und dennoch spürt man die Entschlossenheit, mit der das
Werk vollendet wurde, die Notwendigkeit, den eigenen Emotionen
Ausdruck zu verleihen, die Stärke der Künstlerin,
der es gelungen ist, mit stilistischer Konsequenz eine eigene
Ausdruckssprache zu schaffen.
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